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| From: | "www.no-racism.net" <fewor@no-racism.net> |
| Subject: | Protestnote von Eltern, Angehörigen und FreundInnen |
| Date: | 2001-03-04 13:09:57 |
Protestnote
Wir Eltern, Angehörige und FreundInnen protestieren auf das Schärfste gegen
die maßlose Gewaltanwendung seitens der Polizei im Zuge der
Donnerstagsdemonstration, die am Tag des Opernballs (22.2.2001) stattfand.
Bereits um 21 Uhr startete die Polizei am Schwarzenbergplatz ohne
gerechtfertigten Grund einen
Sturmangriff auf die DemonstrantInnen. Es gab hier bereits zahlreiche, zum Teil
schwere Verletzungen. Im
weiteren Verlauf der Demonstration wurden die TeilnehmerInnen, aber auch
unbeteiligte PassantInnen
und JournalistInnen in Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit in wiederholten
Treibjagden mit weiterer
exzessiver Gewaltanwendung seitens der Polizei durch die Stadt getrieben.
Eingeleitet wurden diese Jagden
mit Schildertrommeln und Gebrüll der Beamten.
Meist erwischte es die Langsamsten und Schwächsten. Vor allem auf am Boden
liegende Menschen wurde mit Knüppeln eingeprügelt und mit Stiefeln auf ihre Köpfe
eingetreten. Auffällig sind die vielen Kopf- und
Gesichtsverletzungen. Leute, die den Misshandelten zu Hilfe kamen, wurden
ihrerseits verprügelt und
teilweise sogar festgenommen.
Diese schweren Menschenrechtsverletzungen führten zwangsläufig zu weiterer
Eskalation.
Letztendlich waren 800 unbewaffnete Menschen
(und weitere PassantInnen) 1100 bewaffneten Polizisten in
Kampfausrüstung (Helme, Schilder, Körperprotektoren, schwere Stiefel,
Spezialknüppel, Pfeffersprays,
Tränengasgewehre, Pistolen und nicht zuletzt Wasserwerfer) ausgesetzt.
Von der Deeskalationsstrategie des Innenministers Strasser war nichts zu
sehen. Im Gegenteil: wir halten
die Polizei, vor allem die Spezialeinheiten wie die WEGA, für die Eskalation
für verantwortlich.
Aufs Schärfste protestieren wir gegen die Berichterstattung in den meisten
Medien, die die DemonstantInnen vorbehaltlos und teilweise schon im Vorfeld
der Demonstation als Chaoten denunziert und diesen menschenverachtenden
Polizeieinsatz gelobt haben. Oder ist die Freiheit der Presse bereits so
weit herabgekommen, daß sie vor der permanenten Klageflut seitens der Polizei
gegenüber KritikerInnen
in die Knie gehen?
Wir wenden uns gegen jegliche Einschränkung des Demonstrationsrechts.
Wir fordern die Einstellung aller Verfahren und die Freilassung des noch
Inhaftierten!