![]() |
![]() |
ist kein Einzelfall (BRD1999) Gerechtigkeit für Marcus Omofuma! ![]() Abschiebungen |
Sie befinden sich: Home / Sorgen / Klassischer Erstickungstod Marcus Omofuma:
"Klassischer Erstickungstod" |
Die Vermutung Reiters, Omofuma könnte sich durch seinen körperlichen Widerstand verletzt haben und deswegen gestorben sein (Lungenfettembolie), hält Radanov für ausgeschlossen. "Denn die Klebstoffreste, die wir gefunden haben, belegen eindeutig, dass Omofumas Mund zur Gänze und ein Nasenloch zumindest zum Teil verklebt war. Und weil diese Anordnung Atemschwierigkeiten verursacht hat, versuchte Omofuma, Luft zu bekommen, und wurde unruhig. Daraufhin wurde er noch mehr verklebt. Dies führte dazu, daß der Blutfluss vom Kopf zum Brustkorb verhindert wurde und so langsam, aber sicher eine Erstickung eintrat. Als sich der Sauerstoffmangel weiter verstärkte, verfiel Omofuma in einen Krampfzustand. Dabei schlugen seine Beine gegen den Vordersitz. Was aussah als würde er sich wehren , war in Wirklichkeit sein Todeskampf." Farid Rifaat, der Verteidiger der angeklagten Polizisten, versucht alles, Radanovs Gutachten herunterzumachen. Das "bulgarische Papier" weise "erhebliche Mängel" auf und sei "nicht gleichwertig" mit dem österreichischen Gutachten. Ob dieser Kritik sah sich Radanov, der seit Jahrzehnten als Gerichtsmediziner arbeitet und eine international anerkannte Kapazität ist, veranlasst erstmals öffentlich Stellung zu nehmen. Dabei berichtete er nicht nur über sein Gutachten, sondern gab auch bekannt, daß er mehrmals von österreichischer Seite unter Druck gesetzt worden war. Er wurde des öfteren von VertreterInnen der österreichischen Botschaft aufgesucht, die ihn zu Eile mahnten oder ihm Briefe übergaben, die mögliche Todesursachen in den Raum stellten. Reinhard Mörz, der Chefarzt des Innenministeriums, schrieb in einem dieser Briefe: "Die dritte Frage für mich ist, ob Omofuma illegale Drogen genommen hat. Diese Frage wird von uns deshalb gestellt, da die meisten illegalen nigerianischen Leute in unserem Land involviert sind im Verkauf illegaler Drogen. Sollten illegale Drogen nachweisbar sein, ist für uns auch die Beantwortung der Frage, ob aus ihrer Sicht ein Zusammenhang bestehen kann, von wesentlicher Bedeutung." Heute gesteht Mörz ein, daß die Vermutung, Omofuma sei an einer Überdosis gestorben, nicht gerade auf der Hand lag. Neue Details gibt es auch über den Ablauf der Abschiebung. Mit an Bord war damals eine 52-köpfige holländische Tanzgruppe. Zwei Personen dieser Gruppe wurden, nachdem die Österreichkorrespondentin einer niederländischen Tageszeitung auf die ZeugInnengruppe hingewiesen hatte, von der Untersuchungsrichterin angehört. In einem Interview im Falter nahmen sie zu den Ereignissen Stellung. Kritik gab es von den ZeugInnen auch an den Umständen ihrer Einvernahme. Die Richterin zeigte sich an den Aussagen nicht sonderlich interessiert und konzentrierte sich hauptsächlich darauf festzustellen, ob die Nase Omofumas verklebt war. Die Aussage einer Zeugin darüber fand sich im Protokoll dann jedoch einigermaßen verdreht wieder. Ihre Beobachtung, daß die Nasenflügel durch das straff angezogene Klebeband so angespannt waren, daß nicht mehr die ganzen Nasenlöcher frei waren, wurde zu: "Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, ob nicht vielleicht ein Teil der Nasenlöcher verklebt war, es war aber mit Sicherheit zumindest immer ein Teil der Nasenlöcher frei." Bei Farid Rifaat wurde daraus: "Eine der holländischen ZeugInnen hat ausdrücklich deponiert, dass die Nasenlöcher Omofumas frei von Klebebänder geblieben sind." Die Vorfälle im Flugzeug waren für viele der NiederländerInnen so schrecklich, daß sie noch heute in psychologischer Betreuung sind. Etliche machen sich große Vorwürfe, nicht eingegriffen zu haben. Sie berichten von den Vorgängen im Flugzeug: Omofuma war bereits, als die Polizisten in ins Flugzeug brachten mit mehreren Schichten Klebeband bewegungsunfähig gemacht. Im Flugzeug wurde er vom Unterleib bis knapp unter die Nase mit dem Klebeband umwickelt und an den Sitz geklebt. Um das Klebeband über das Kinn noch fester anziehen zu könne, drückte ein Polizist den Kopf Omofumas hinunter. Sein Kollege schnürte den bereits völlig mit Klebeband umwickelten Körper noch zusätzlich mit einem Plastikgurt an den Sitz. Beim Anspannen stemmte er sich gegen den Sitz und lachte seinem Kollegen zu. Die ZeugInnen hatten zu diesem Zeitpunkt bereits das Gefühl, dass Omofuma im Koma ist und fürchteten, dass er stirbt. Die Polizisten wirkten dagegen "stoisch und gefaßt", keine Spur von Überforderung. Für sie schien die Situation Routine zu sein. Einmal sagten sie: "Wir müssen das leider manchmal machen." Fußnote: (1) Unter der erwähnten Kronen Zeitung Schlagzeile ist übrigens ein großes Bild des an der Pfote verletzten Polizeihundes "Marco" samt zweier PolizistInnen abgebildet. Die Bildunterschrift klärt uns auf, dass sich der Polizeihund bei der Verbrecherjagd verletzt hat. |
| afrikanet
is the plattform of African and
African friends living in Austria. In this webcommunity group they can exchange their ideas and inform other members of the community. |
![]() |
|