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Sie befinden sich: Home / Chronologie / 17.9.2000 Pressaussendung Nr. 4
Presseerklärung
"Aufgrund des Berichtes
der drei von der EU eingesetzten Experten über die österreichische
Bundesregierung und die Natur der FPÖ erwachsen unserem Land Verpflichtungen,
die es aus seiner Selbstachtung als demokratischer Staat heraus zu erfüllen
hat. Die Botschaft besorgter BürgerInnen stellt aufgrund der innenpolitischen
Vorgänge seit der Veröffentlichung des Expertenberichtes folgendes fest:
Die Beschreibung der politischen Natur der FPÖ als rechtspopulistische Partei
mit radikalen Elementen, die nichts gegen andauernden zweideutigen
Sprachgebrauch durch ihre Spitzenpolitiker unternimmt, der geeignet ist, als
fremdenfeindlich oder sogar rassistisch interpretiert zu werden, und der für
viele Beobachter einen nahe an nationalsozialistische Aussagen herankommenden
Unterton enthält, entspricht den Tatsachen. Es ist das derzeit größte
ungelöste Problem der österreichischen Demokratie, dass eine Partei mit dieser
Beschreibung an der Regierung ist. Vor dem Hintergrund der österreichischen
Vergangenheit empfinden wir, als Teil der neu entstandenen österreichischen
Zivilgesellschaft, diesen Zustand als unerträglich. Die FPÖ zeigt keine
Anzeichen eines Wandels, im Gegenteil: Spitzenfunktionäre dieser Partei tragen
ihre Befriedigung über diese Einschätzung der politischen Natur der FPÖ offen
zur Schau und kündigen für die Bundeshauptstadt einen Wahlkampf an, in dem das
Ausländerthema wieder zum Stimmenfang eingesetzt werden soll. Die Exponenten
der FPÖ zeigen sich unbelehrbar in ihrem Kurs, während alle anderen
Regierungsangehörigen dazu schweigen.
2. Der demokratiepolitische Missstand, dass der frühere Parteianwalt der FPÖ
das Justizressort leitet und diese Besetzung durch eine gleichzeitige Klagewelle
gegen Wissenschaftler, Journalisten und Medien das Vertrauen in die
österreichische Justiz untergräbt, wird von beiden Regierungsparteien nicht
als solcher wahrgenommen, sondern negiert. Dies gibt Anlass zu großer Besorgnis
in bezug auf die Meinungs- und Medienfreiheit in Österreich.
3. Die österreichische Regierung deutet den Bericht
der 3 Experten als Musterzeugnis für sich um. Dabei lässt sie
jedoch außer acht, dass sie auch eine Mitverantwortung dafür trägt, wie
Spitzenpolitiker einer Regierungspartei, die nicht ad personam in der
Bundesregierung sitzen, agieren. Regierungsmitglieder, die zu bedenklichen
Aussagen oder Entwicklungen innerhalb einer Regierungspartei
schweigen, scheinen diese in den Augen der Öffentlichkeit zu billigen.
Die Botschaft
besorgter BürgerInnen kann bis zum
heutigen Tag keinerlei Anzeichen dafür erkennen, dass die Regierung ihre
eklatanten demokratiepolitischen Defizite erkennt, noch gewillt ist, diese zu
beheben. Weil die österreichische Bundesregierung ihren demokratiepolitischen
Verpflichtungen nicht nachkommen will, sieht sich die Botschaft
besorgter BürgerInnen als Teil der
österreichischen Zivilgesellschaft umso mehr verpflichtet, ihren sichtbaren
Protest am Ballhausplatz 1a aufrechtzuerhalten, solange die FPÖ an der
Regierung beteiligt ist."
Botschaft der Besorgten BürgerInnen
Wien, 17. September 2000
http://www.botschaftbesorgterbuergerInnen.cjb.net/
BotschaftbesorgterBuergerInnen@blackbox.net
A-1010 Wien, Ballhausplatz 1 a,
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